4 Möglichkeiten das Ipad als Grafiktablett (für Photoshop) zu nutzen
Ich habe als ich mir vor einem Jahr das iPad 2 holte davon gelesen, das man dies auch als Grafiktablett einsetzen könnte. Nun hatte ich einen Kundenauftrag wo das gut gepasst hätte und so habe ich mich mal durch die Tiefen von den Google-Suchergebnissen gearbeitet um genau das auszuprobieren. Dabei bin ich auf mehrere Möglichkeiten gestoßen, das iPad als Grafiktablett für Photoshop zu nutzen, die ich euch nicht vorenthalten möchte.
Mit dem Finger ist doof – der Wacom Bamboo Stylus Eingabestift für Apple iPad
Mein erster Gang ging zu Amazon um mir den Wacom Bamboo Stylus* zu bestellen. Ein Eingabestift der sich prima eignet. Wacom selbst bietet ja auch echte Stand-Alone Tabletts an, also schlug ich zu. Bei knapp 30€ kann man da nicht meckern. Ok ab 80 oder 90€ gibts glaube ich schon ein ganz gutes Basic Tablett von Wacom, aber mir gings auch einfach um das Experiment.
Vom Stift selbst war ich positiv überrascht. Er liegt gut in der Hand, ist schön leicht und gleitet angenehm übers iPad. Man sollte den Winkel zum iPad nur nicht zuuuuu klein werden lassen, denn dann kann es passieren das man mit dem Metallstück auf das Display kommt. Zwar ist das Ergebnis nicht gleich ein Kratzer, aber man muss es ja nicht herausfordern. Wer eine Dispaly-Schutzfolie drauf hat, sollte aber keine Probleme haben.
Den Stift an sich kann ich also bisher empfehlen. Hätte mir das durchaus unhandlicher vorgestellt.
Nun aber zu den Möglichkeiten das iPad inkl. dem Stift auch als Grafiktablett für Photoshop zu nutzen. Hier meine 4 Varianten die ich getestet habe, wobei eine im ersten Moment nicht direkt für PS gedacht ist.
1. Adobe Eazel (2,39€)
Mit Eazel gibt es ein App direkt aus dem Hause Adobe. Klingt wie geschaffen für unser Vorhaben. Mit Adobe Eazel kann auf dem iPad gemalt werden. Gemalt? Jo – die App ist eher für z.B. Aquarell-Bilder usw. Aber das funktioniert auch erstaunlich gut. Die App lässt sich direkt mit Photoshop auf dem Mac (oder auch Windows) verbinden und so lasst sich die fertige Datei direkt over Air an PS senden und erscheint dort zum weiteren Bearbeiten.

Die Einrichtung ist einfach. Hat man die App installiert, muss man sie erst Mal mit Photoshop auf dem Hauptrechner verbinden. Dazu geht man einfach unter Bearbeiten auf Remoteverbindungen und gibt einen Dienstnamen und ein Passwort ein. Anschließen geht man in Adobe Eazel auf dem iPad auf das PS-Symbol (auf dem Screenshot unten links in blau zu sehen). Das Symbol ist wenn keine Verbindung eingerichtet ist oder besteht ausgegraut. Geht man auf das Symbol, sollte auch schon der Dienstname den wir in Photoshop angelegt haben erscheinen. Auswählen, Passwort eingeben und losmalen.
Ist man mit seinem Millionen-Werk fertig, geht man einfach über die Gesten in die Einstellungen (auf dem Screenshot zu sehen) und sendet die Datei an Photoshop. Fertig.
Vorteile: Funktioniert problemlos, einfaches senden der Datei an Photoshop
Nachteile: Wirklich zeichnen wird schwierig. Auf dem Screenshot sieht man die kleinstmögliche Pinselgröße. Ist wie schon geschrieben eher was für Aquarell-Bilder oder ähnliches. Aber ich wollte euch die Möglichkeit nicht vorenthalten.
2. Sketchbook Express (kostenlos)
Sketchbook Express ist kostenlos und eben auch für Zeichnungen und Skizzen gedacht. Hier lässt sich, vor Allem mit dem Wacom Bamboo Stylus wirklich sehr genau zeichnen. Einziger Umweg bei dieser Variante ist, das man die Bilder eben dann auf dem iPad speichern muss. Hängt man aber in der Cloud ist das auch kein Problem. An Sonsten muss man halt erst syncen damit man das Ergebnis auf dem Rechner hat. Ist also auch keine direkte Grafiktablett Variante, aber für mich eine sehr gute Möglichkeit.

Vorteile: punktgenaues Zeichnen, in Verbindung mit dem Stylus wirklich klasse
Nachteile: Keine direkte Photoshop Anbindung, Bilder müssen vorher auf dem iPad gespeichert und syncronisiert werden.
3. RC Trackpad (4,99€)
Nun kommen wir zur ersten Möglichkeit direkt in Photoshop zu zeichnen. Variante 1 ist RC Trackpad, eine App, die viel kann. Letztlich lässt sich damit ein Mac oder Windows Rechner fernsteuern. Tastatur, Trackpad, Multimedia-Fernbedienung und App-Launcher in Einem. Ich hatte die App mal genau aus diesem Grund gekauft und war begeistert. Nun hab ich sie einfach “missbraucht”. Photoshop auf und das Trackpad verbinden und schon kann auf dem iPad gezeichnet werden, während man das Ergebnis direkt auf dem Bildschirm in PS sieht.

Damit das ganze rockt, müsst ihr noch auf euerem Mac oder Windows-Rechner die Software “Conductor Server” installieren. Quasi das Gegenstück zur iPad App damit auch eine Verbindung besteht und die Funktionen genutzt werden können. (läuft über WLAN)
Vorteile: einfache Einrichtunge, kann auch für viele andere Remote-Funktionen genutzt werden
Nachteile: Kann unter Umständen je nach Verbindung mal kurz etwas abgehackt wirken, Ergebnis nicht direkt auf dem “Tablett” zu sehen
4. AirDisplay (7,99€)
Kommen wir zur vierten und letzten Variante, der AirDisplay App. Die hat eigentlich überhaupt gar nichts mit Photoshop oder zeichnen zu tun, sondern ist eine App die euer iPad zum zweiten Bildschirm macht. An sich schon genial. Und was die App hat, was ähnliche Apps nicht haben: Touch-Unterstützung! Und damit wird die App auch für das Vorhaben, das iPad als Grafiktablett zu nutzen, interessant. Entweder man lässt einfach seinen Desktop auf das iPad streamen, oder man nutzt es wirklich als zweiten Bildschirm und zieht einfach das Photoshop-Fenster rüber und fängt an zu zu zeichnen. Es gibt leider eine Sache an dieser Variante die störend sein kann: Durch die Verbindung via WLAN und die Übertragung von einem hochauflösenden Bild hinkt die Steuerung etwas hinterher. Man kann damit leben, aber jeden Tag damit arbeiten wäre wohl nicht optimal. Für Nebenbei oder ab und zu – Kein Ding! Muss man sich halt etwas dran gewöhnen

Vorteile: Photoshop-Fenster direkt auf dem iPad – alle Funktionen und Werkzeuge nutzbar
Nachteile: Durch das Streamen via WLAN hinkt die Steuerung etwas hinterher. Wenn ihr schon mal VNC oder Teamviewer vom iPad benutzt habt wisst ihr was ich meine. Schnell zeichnen is schwierig
Fazit
Das iPad als Grafiktablett zu benutzen (direkt oder indirekt) funktioniert. Allerdings hat jede der genannten Möglichkeiten seine Vor- und Nachteile. Hier muss jeder selbst wissen was ihm wichtig ist. Für das direkte zeichnen in Photoshop inkl. Nutzung aller Werkzeuge und Funktionen ist das AirDisplay am Besten. Da muss man aber in Kauf nehmen das die “Eingabe” eben ein klein wenig zeitversetzt ist.
Will man hingegen schnell zeichnen und skizzieren eignet sich Sketchbook am Besten. Hier muss man halt anschließend das Bild in die Cloud jagen, oder eben das iPad mit dem Mac/Windows-Rechner syncronisieren.
Adobes App “Eazel” funktioniert soweit einwandfrei. Allerdings geht es da eher um Auquarell-Bilder. Für Skizzen und Zeichnungen ist das eher ungeeignet. Es geht zwar, aber man sieht auf dem ersten Screenshot das die kleinste Pinselgröße komisch aussieht. Hier hat sich Adobe meiner Meinung nach selbst ein Ei gelegt.
Das Trackpad eigenet sich ebenfalls, wobei ich dann eher auf AirDisplay setzen würde, da ich da das Bild auch direkt vor der Nase bzw. unter dem Stift habe.
Generell sei gesagt, das der Wacom Bamboo Stylus wirklich genial ist (meiner Meinung nach) – an dem scheitert es auf jeden Fall nicht und den kann man auch für andere Dinge gebrauchen.
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- iPad als Grafiktablett nutzen › www.lucas-scheel.de - [...] So kann man das iPad als Grafiktablett nutzen – Ralf zeigt 4 Möglichkeiten, um das iPad als Graf... [...]



Hallo,
danke für deine/Ihre hinweise auf die ipad möglichkeiten.
Habe nun versucht sketchbook auf dem ipad mittels trackpad und conductor
synchron mit dem photoshop auf dem pc zu verbinden – ging aber nicht.
der pc macht zwar ferngesteuert psd auf, allerdings überträgt sich die zeichnung mit sketchbook nicht dahin.
habe ich etwas vergessen (in der einstellung der prg)??
was könnte der grund sein?
vielen dank für deine /Ihre bemühungen
Herbert
Du musst die Datei auf dem iPad speichern und dann in Photoshop öffnen. Das ist der Nachteil an der Variante, wie oben auch beschrieben:
“Keine direkte Photoshop Anbindung, Bilder müssen vorher auf dem iPad gespeichert und syncronisiert werden.”
Hey,
weißt du ob es inzwischen ne bessere Möglichkeit gibt als Airdisplay?
Hi Chaim,
nein, ich hab seither nicht mehr nach Alternativen gesucht, sorry.