Kategorie: Arbeitsspeicher

Das müssen Sie wissen, wenn Ihr Arbeitsspeicher voll ausgelastet ist

Es ist wichtig, die Eigenschaften des Arbeitsgedächtnisses zu verstehen, wenn man etwas entwirft, das mentale Anstrengung erfordert. Ohne die Lernerfahrungen an die kognitive Architektur des Lernenden anzupassen, wird das Instruktionsdesign getroffen oder verfehlt.
Die aktuelle Forschung auf diesem Gebiet zeigt, dass das Arbeitsgedächtnis (eine theoretische Struktur) dynamisch und flexibel ist. Folgende Dinge sind wichtig zu wissen, wenn arbeitsspeicher voll ausgelastet ist.

Grundlagen des Arbeitsgedächtnisses

  • Früher wurde das Arbeitsgedächtnis als Kurzzeitgedächtnis bezeichnet. Es wurde neu definiert, um sich auf seine Funktionalität und nicht auf seine Dauer zu konzentrieren. Einige Kognitionspsychologen unterscheiden jedoch zwischen Arbeits- und Kurzzeitgedächtnis. Sie bezeichnen das Kurzzeitgedächtnis als die kurzfristige Speicherung von Informationen. Und Arbeitsgedächtnis, das sowohl mit der Speicherung als auch mit der Manipulation von Informationen zu tun hat.
  • Das Arbeitsgedächtnis kann als das Äquivalent zum mentalen Online-Sein angesehen werden. Es bezieht sich auf den temporären Arbeitsbereich, in dem wir Informationen manipulieren und verarbeiten.
  • Keiner der physischen Orte im Gehirn scheint für die Arbeitsgedächtnisleistung verantwortlich zu sein. Aber mehrere Teile des Gehirns scheinen zu dieser kognitiven Struktur beizutragen.
    Kapazität des Arbeitsgedächtnisses
  • Der Arbeitsspeicher zeichnet sich durch eine geringe Kapazität aus. Es wird angenommen, dass es vier bis fünf Elemente neuer Informationen auf einmal enthält. (Einige bleiben immer noch bei Millers 7 plus oder minus 2 Bits.) Ich denke, es ist immer besser für Lernende, besonders für Anfänger, sich für die niedrigere Zahl zu entscheiden.
  • Da Lernerfahrungen typischerweise neue Informationen beinhalten, macht es die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses vielen Menschen schwer, mehr als etwa vier bis fünf Bits Informationen gleichzeitig aufzunehmen.
  • Die Kapazität des Arbeitsspeichers hängt von der Kategorie der Elemente oder Blöcke sowie deren Eigenschaften ab. So können wir beispielsweise mehr Stellen im Arbeitsspeicher halten als Buchstaben und mehr Kurzwörter als lange Wörter.
  • Die Einschränkungen des Arbeitsgedächtnisses verschwinden, wenn jemand mit Informationen aus dem Langzeitgedächtnis arbeitet (permanenter Speicher). Informationen aus dem Langzeitgedächtnis sind in Schemata organisiert. Schemata sind Strukturen höherer Ordnung, die aus mehreren Elementen bestehen und dazu beitragen, die Überlastung des Arbeitsspeichers zu reduzieren.
  • Dauer des Arbeitsgedächtnisses. Neue Informationen im Arbeitsspeicher sind temporär. Es wird entweder in das Langzeitgedächtnis kodiert oder es zerfällt oder wird ersetzt.
  • Informationen im Arbeitsgedächtnis haben eine kurze Dauer von etwa 10-15 Sekunden (Goldstein), sofern sie nicht aktiv betreut oder geprobt werden.
  • Ähnlich wie bei der Kapazitätsproblematik erfordert es mentale Anstrengung, Informationen über einen längeren Zeitraum im Arbeitsgedächtnis zu halten und kann auch eine Ursache für kognitive Überlastung sein.
    Wechselwirkungen mit dem Langzeitgedächtnis
  • Es findet ein kontinuierlicher Informationstransfer zwischen Langzeitspeicher und Arbeitsgedächtnis statt – sowohl Abruf als auch Transfer.
  • Informationen werden aus dem Langzeitgedächtnis in das Arbeitsgedächtnis geholt, um aus neuen Informationen einen Sinn zu machen.
  • Informationen, die wir pflegen und in unsere Wissensstrukturen integrieren, werden in das Langzeitgedächtnis übertragen oder verschlüsselt.
    Individuelle Unterschiede
  •  Aktuelle Forschungen zeigen, dass individuelle Unterschiede in der Arbeitsgedächtnisleistung Unterschiede in der Leistung von Informationsverarbeitungsaufgaben wie Lesen und Notieren erklären können.
  • In Studien mit Kindern kommen diejenigen, die über eine schlechte Fähigkeit verfügen, Material über kurze Zeiträume zu speichern (Schwierigkeiten mit dem Arbeitsgedächtnis), bei Aufgaben im Zusammenhang mit der Alphabetisierung nicht normal voran.
  • Das Entwicklungsalter und der Kenntnisstand einer Person sind wahrscheinlich für Unterschiede im Arbeitsgedächtnis verantwortlich. Beispielsweise kann die Erleichterung des Lernens mit bestimmten Strategien für Anfänger hilfreich, aber für Experten schädlich sein. Siehe Strategien für Anfänger und Experten.
    Kognitive Belastung
  • Unter kognitiver Belastung versteht man die Anforderungen an das Arbeitsgedächtnis in Bezug auf Speicherung und Informationsverarbeitung.
  • Die Eigenbelastung wird durch die Art der Lernaufgabe verursacht und die Fremdbelastung bezieht sich auf die Anforderungen, die durch das Format der Anweisung verursacht werden.
  • Die Theorie der kognitiven Belastung besagt, dass traditionelle Unterrichtstechniken das Arbeitsgedächtnis überlasten können, weil sie keine intrinsische und externe Belastung berücksichtigen. Instructional Designer können das Lernen erleichtern, indem sie verschiedene Belastungen berücksichtigen und aufnehmen.
  • Germane load bezieht sich auf die Anforderungen an das Arbeitsgedächtnis, wenn die Lernenden neues Wissen erwerben. Es handelt sich um eine bewusste kognitive Verarbeitung, um Schemata zu konstruieren. Die Erhöhung der Germane-Auslastung kann den Lernprozess höchstwahrscheinlich unterstützen.